Donnerstag, 19. September 2013

Das kann doch nicht so schwer sein...

... dachte ich mir als ich mir mal ein Raglanshirt genauer betrachtet habe. So ein Basicteil müsste doch eigentlich ganz leicht zu nähen sein. Im Internet habe ich auch schnell Anleitungen gefunden, aber ich traue mir (noch) nicht zu, Schnitte selbst zu gradieren.
Also entschied ich mich für Plan B: Ich kaufte die aktuelle Ottobre und pauste mir den Schnitt für das Raglan-Oberteil eines Schlafanzugs ab. Dann ging es eigentlich ganz fix: Stoff zuschneiden, mit der Overlock zusammenhähen, Bündchen annähen.


Und, sieht doch gar nicht mal so schlecht aus, oder? Die Größe ist 74, die Länge habe ich einfach selbst angepasst, nach einem von JDs momentan gut passenden Shirts.

Hier noch eine Detailaufnahme, auf den ersten Blick könnte ich doch ganz zufrieden sein, oder?

NEIN. Das Teil hat mich Nerven gekostet ohne Ende, dank einer wunderbaren Reihe klassischer Anfängerfehler:

1. Streifenstoff aussuchen! Gibt es ein Muster bei dem Ungenauigkeiten noch deutlicher auffallen? Wohl kaum! Trotz jeder Menge Stecknadeln (deswegen auch Punkt 2) passt es nicht überall.

2. Beim Nähen mit der Overlock eine Nadel "überfahren". Einen kurzen Moment nicht aufgepasst und KNACK, da klemmte eine Stecknadel zwischen Ober- und Untermesser. Argh! Folge davon war dann erstmal, dass der Stoff nicht mehr richtig geschnitten wurde und ganz fisselig aus der Naht hing. Zum Glück hat sich das wieder einigermaßen gegeben. Die Nahtzugabe darf nur nicht zu knapp sein. Ich denke, um ein paar neue Messer komme ich nicht drumherum, spätestens bevor ich die Maschine meiner Mama zurückgebe.

3. Ohne Bedienungsanleitung an den Maschineneinstellungen herumfummeln und verschiedene Nahtvarianten ausprobieren. Macht nichts besser...

4. Feststellen, dass der Probestoff einem doch total gut gefällt und dann mit jedem Stückchen Stoff, das zum Überprüfen der neuen Einstellungen durch die Maschine gejagt wird, miesere Laune bekommen.

5. Verbissen werden. Die Fadenspannungen in allen erdenklichen Versionen verstellen und sich wundern, warum die Naht trotzdem nicht besser wird. In Kombination mit Punkt 4 ein richtiger Stimmungskiller.
(Letztendlich habe ich ein letztes Mal verzweifelt im Internet recherchiert und gelernt, dass zwei meiner Fäden nicht fest genug zwischen den Spannungsscheiben eingeklemmt waren. Nach einem beherzten Ruck an den Fäden sah die Naht wieder top aus.)

6. Weiter am Shirt rumdoktern. Die fisseligen Bündchen habe ich abgeschnitten und neue angenäht. Beim Halsbündchen habe ich gleich ein etwas breiteres Bündchen genommen, da durch die abgeschnittene Naht der Halsausschnitt ja schon ein wenig weiter war. Dann habe ich mir die Naht nochmal angeschaut, war unzufrieden und hab "noch ne Runde drumrumgenäht", um die hässliche Naht wegzuschneiden. Jetzt ist der Halsausschnitt natürlich zu weit.
(Auf dem Bild oben ist noch die allererste Version zu sehen, da passt die Weite, aber die Naht innen ist völlig verfranst.)

Ich habe das Shirt JD bisher noch nicht anprobiert, bevor ich mich dann noch weiter ärgere. Aber ich habe das Gefühl, ich habe genug Fehler durchexerziert um beim nächsten Nähversuch dann ein vorzeigbares Shirt zustande zu bringen. Leider nicht mehr aus dem tollen Stoff, der reich bestenfalls noch für wahlweise ein Vorderteil, kurze Ärmel oder eine Mütze...

Die erste Hose

Da ich mich in der glücklichen Situation befinde, dass es sich die Overlock-Maschine meiner Mama seit einigen Wochen bei uns zuhause gemütlich gemacht hat, wurde es Zeit für eine Premiere: die erste Jerseyhose. Passenderweise brauchte JD eine bequeme Hose für die Krabbelgruppe, also habe ich den grauen Sternenjersey angeschnitten.


Da mir die Kombination Schwarz-Weiß-Grau zu langweilig war, habe ich mich dazu für ein blaugeringeltes Bündchen entschieden. Der Schnitt ist übrigens die Hose zum Bodykleid Luisa von Schnabelina, hier in Größe 75.
Für eine Krabbelhose fand ich Kniepatches ganz sinnvoll; die habe ich auch aus dem Bündchenstoff ausgeschnitten und erstmal mit Vliesofix auf die Hose gebügelt. Beim Umnähen hat sich die ganze Sache aber leider ziemlich gewellt. Die Patches sind außerdem zu klein und sitzen zu tief. Da besteht also auf jeden Fall noch Optimierungsbedarf!



Die Hose war in Rekordzeit zusammengenäht, darum war es ganz sicher nicht die letzte, die ich nach dem Schnittmuster genäht habe. Bei der nächsten werde ich aber schon Größe 80 nehmen, denn am Windelpopo sitzt die Hose schon passgenau. ;o)

Mittwoch, 18. September 2013

Kleiner Waldwichtel

Im Frühjahr schon habe ich eine Jacke für JD zugeschnitten und dann aber leider erstmal falsch zusammengenäht. Ich hatte die beiden Vorderteile vertauscht ohne es zu merken und konnte mir lange nicht erklären, warum das Hinterteil der Jacke beim Zusammenheften an der Seitennaht länger war als das Vorderteil. Ich hab extra nochmal die Schnittmusterteile aufgelegt und nachgeprüft, ob alles richtig zugeschnitten war. Es war mir lange ein Rätsel, bis mir schließlich auffiel, dass die Taschen vorne in der Mitte zusammenstießen statt jeweils an ihre Seitennaht. Sehr peinlich...
Passend zum ersten "Kälteeinbruch" nach den heißen Sommertagen habe ich die Jacke also nochmal aufgetrennt und fertiggenäht, diesmal sogar richtig.

Das Schnittmuster stammt aus der Zwergenverpackung von Farbenmix. Die Jacke habe ich ungefüttert aus grünem Fleece genäht, mit Kam Snaps zum Verschließen.


Passend zum Wichtelthema habe ich die spitze Kapuzenvariante genommen.


Entlang der Ärmel (und auch am inneren Rand der Kapuze) habe ich ein Webband mit lustigen Wichteln aufgenäht.


Die Taschen sind mit Webband verziert auf dem Igelfamilien zwischen Fliegenpilzen spazieren.


Die Webbänder sind übrigens auch von Farbenmix. Die Jacke hat Größe 62/68 und ist eigentlich schon ein bischen klein. JD hatte sie einmal an, aber ich glaube nicht, dass er sie noch einmal tragen kann.
Macht nichts, denn ich habe noch eine zweite ungefütterte Fleecejacke in 74/80 genäht. Die hat allerdings ein Astronauten-Thema und wird erst gezeigt, wenn die Applikation geliefert wurde, die ich auf den Rücken nähen möchte. Über 4 Wochen Lieferzeit ist schon heftig - ich hoffe, das ist mir eine Lehre und ich lese vor dem nächsten Kauf die komplette Artikelbeschreibung...
Ebenfalls in Größe 74/80 liegt hier schon der Zuschnitt für eine Piraten-Jacke, ebenfalls aus Fleece, gefüttert mit Jersey. Jetzt muss ich sie nur noch (richtig) zusammennähen.
Für den Herbst wären wir dann mit Jacken erstmal eingedeckt. :o)

Das Ende des Sommerlochs

Nun ja, eine klassisches Sommerloch war das nicht gerade, denn das glänzt ja durch ausgeprägte Ereignislosigkeit. Hier war dagegen einfach nur zuviel los, Schönes und weniger Schönes, das mich vom Rechner ferngehalten hat. Fleißig war ich aber trotzdem, also möchte ich nach und nach mal meine letzten Werke zeigen.

Los geht es auch gleich mit meinem Lieblingsstück: Eine CardiWest nach dem Schnittmuster von Bea von nEmadA aus einem tollen Interlock-Stoff. Verschlossen wird der Cardigan mit Kam Snaps.

Ich habe mich entschlossen, die Taschen wegzulassen, JD braucht die ja noch nicht wirklich. Die Ärmelpatches habe ich aus Velours aufgenäht. Zugeschnitten kamen sie mir riesig vor und - nachdem ich sie laut Anleitung platziert hatte - auch viel zu hoch. Aber am fertigen Cardigan sitzen sie perfekt. :o)
Der Cardigan hat Größe 74/80 und passt JD noch nicht so richtig. Ich hoffe, dass er im Winter schön hineinwächst, denn das Pinguin-Motiv passt dann ja perfekt.